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Becher aus Kaffeesatz

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Kaffeeform-Becher statt Plastik

In der Choriner Straße in Prenzlauer Berg führt Julian Lechner die Firma Kaffeeform. „Wir machen dort weiter, wo der Kaffeegenuss längst vorbei ist“, sagt der 34-jährige Produktdesigner. Lechner hat ein Verfahren entwickelt, um aus Kaffeesatz eine Masse zu gewinnen, aus der wiederum Tassen und Kaffeebecher hergestellt werden. „Ohne Öl oder andere fossile Zusatzstoffe“, sagt Lechner.

Insgesamt etwa zehn Jahre hat er an der Idee gearbeitet, für das nun ein Patentverfahren läuft. 2015 gründete er in Berlin das Unternehmen und verkaufte seinerzeit die ersten „extrem haltbaren und spülmaschinenfesten“ Espresso-Tassen noch selbst auf Märkten. Mittlerweile bezieht Kaffeeform seinen Rohstoff bei Berliner Cafés und großen Coworking Spaces, wo man froh ist, so die Müllmenge reduzieren zu können. Allein in einem solchen Bürokomplex fielen laut Lechner 30 Kilogramm Kaffeesatz am Tag an, die von den Kaffeeformern per Fahrrad eingesammelt werden.

Die Verarbeitung beginnt in einer Kreuzberger Behindertenwerkstatt. Dort wird der Satz getrocknet und aufbereitet. Die Weiterverarbeitung erfolgt in Süddeutschland, die Produktherstellung schließlich bei Köln. Und es läuft. Hatte das Unternehmen 2018 etwa 40.000 Becher und Tassen verkauft, waren es im vergangenen Jahr bereits 100.000. Für dieses Jahr rechnet Lechner mit einem weiteren Wachstum um 30 bis 50 Prozent.      

Der Rohstoff dafür dürfte in Berlin nicht knapp werden. Denn Kaffee bleibt sicher beliebt und so wird es sicher auch noch mehr Röstereien geben. Monatlich veranstaltete Existenzgründerkurse der Berliner Kaffeerösterei mit jeweils vier Teilnehmern sind jedenfalls fast immer ausgebucht. Das wären 50 potenzielle Rösterei-Gründungen im Jahr.  

Quelle: Berliner Zeitung



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